Mit Angelium präsentiert sich eine weitere halbgare Verfilmung eines so genannten „Adventure-Eroges“ (Japanisches Erotic-Game) die seit dem bahn brechenden Erfolg der Bible Black Reihe ja Hochkonjunktur bei den japanischen Hentaianime Produzenten haben. Da wird scheinbar mittlerweile Alles auf den Markt geworfen was sich irgendwie verkaufen lässt. Grob geschätzt beruht mittlerweile gerade noch mal 1 von 6 Genreproduktionen nicht auf einem dieser PC Games.
2 Szenenbilder aus dem PC Game „Angelium - Tokimeki Love God“, welches als Vorlage für den Anime diente |
In „Angelium“ bedient man sich neben den üblichen Genrezutaten wie unschuldige Schulmädchen auch der griechischen Mythologie was das ganze zumindest etwas interessant macht.
Die Story dreht sich um Zeus, der sich auf dem Olymp langweilt sowie drei Engel die seine Günstlinge sind und sich nun auf der Erde beweisen sollen. Klar, dass dann noch ein Jüngling als typische Identifikationsfigur für die japanischen Otakus dazu kommt und das Ganze im üblichen Techtelmechtel endet.
Ein paar halbgare Schurken gibt es auch, hier in Form von Zeus Frau Hera sowie dem Herrscher der Unterwelt Hades, welcher so aussieht, als wäre er gerade dem malaysischem Straßenstrich entsprungen.
Während in Episode 1 die Handlung so vor sich hin plätschert und man sich als Zuschauer eher für ein kleines Nickerchen begeistern kann als fürs zugucken, gewinnt Angelium in Episode 2 dann doch recht überraschend an Fahrt und vermag den geneigten Genrefan gut zu unterhalten, was vor allen Dingen den neu eingeführten Charakter der Dämonin Phasefone zu verdanken ist, welche von Hades auf die Erde geschickt wird um den 3 Günstlingen seines Bruders das Leben schwer zu machen. Dabei nimmt Sie sich als erstes unseren Jüngling vor und versucht (natürlich beim Sex) zu töten und gegen Ende gibt es dann sogar noch etwas Tentakelaction. Verglichen mit Genrekollegen wie School of Darkness oder Angel of Darkness 4 aber recht harmlos in Szene gesetzt. Zwischendurch gibt es dann auch noch allerhand komödiantische Einlagen welche sich aber eher störend ins Gesamtbild einlassen.
Wenn wundert´s da noch, das die Macher nach gerade Mal 2 OVA´s keine Lust mehr hatten und somit die Geschichte unvollendet bleibt.
Fazit:
Episode 1 ist eine absolute Genregurke, da können selbst die recht guten Animationen nichts mehr raus reißen. Glücklicher weiße schafft es dann Episode 2 doch noch Einiges aus der klischeebelasteten Story rauszuholen und beschert so dem Ganzen eines Gesamtbewertung von 5 Punkten.
In Deutschland wurde Angelium übrigens unter dem Titel „Devote Engel“ veröffentlicht. Da passt der Name richtig zur Qualität.
Johnny Danger, 22.12.2008