Und ein weiteres Remake… Doch dieses Mal hat man sich mal wirklich einen Film vorgenommen, welcher wirklich mal eines verdient hat, denn Black Christmas (Deutscher Titel: Jesse die Treppe in Tod) gilt zwar als Vorläufer des Slasherfilms, ist allerdings über die Jahre dermaßen angestaubt, das er Heute wirklich keine Maus mehr aus ihren Loch hervor locken dürfte.
Um den Film für das heutige Mainstream Publikum tauglich zu machen, musste also mächtig am Grundgerüst herum gebastelt werden. Im Endeffekt ist dabei ein Film heraus gekommen, welcher mit der Vorlage außer dem Titel (fast) überhaupt nichts mehr gemein hat.
Wie auch im Original ist der Schauplatz das Haus einer weiblichen Studentenverbindung.
Zu Weihnachten bricht der verrückte Billy, welcher einst im Haus lebte und dort seine Mutter und den Stiefvater brutal ermordete, aus der Psychiatrie aus und metzelt sich munter durch die Reihen, der an Weihnachten vor Ort gebliebenen Studentinnen.
Dies tut er aber nicht alleine, denn seine durch Inzest mit der eigenen Mutter gezeugte Tochter ist ebenfalls da und hilft ihm dabei. Der Rest der Geschichte ist dann Slasher as Usual.
Einer der größten Unterschiede zum Original ist hier wohl, das dem Killer eine komplette Hintergrundgeschichte bescheert wurde und er nicht alleine mordet. Die aber wohl von Regisseur Glen Morgan als Überraschung gedachte Idee mit den 2 Killern geht aber leider nicht auf den der Film verrät sich da schon früh, als das erste Mädchen ermordet wird, obwohl Billy noch eingesperrt ist.
Trotzdem schafft es Morgan eine spannende Atmosphäre zu kreieren die zudem noch durch die ziemlich kompromisslos angewandte Gewalt unterstützt wird. Allerdings werden diverse Effekte, wie etwa die Weihnachtsplätzchen aus Menschenfleisch schon sehr selbst zweckhaft eingesetzt. Da wundert es umso mehr, das der Film gänzlich ungeschnitten mit KJ Freigabe durch die FSK Prüfung gekommen ist.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Besetzung. Das Cast ist wirklich gut gewählt, wobei ganz besonders Michelle Trachtenberg, welche mir vorher eher als kleine, nervige Schwester in Buffy – Im Bann der Dämonen im Gedächtnis war, hervor sticht. Ihren Filmtot fand ich dann schon etwas schade...
Gegenüber den meisten anderen Genrevertretern wird der Film hier desweiteren von starken Frauenrollen regiert, welche nicht nur selbstbewusst sind sondern sich auch zu verteidigen wissen. Wenn man das mal etwa mit einem belibigen Freitag der 13 Teil vergleicht, wo sich die Frau eher die ganze Zeit in der Ecke versteckt, von Versteck zu Versteck läuft und eher durch Zufall mal den Killer attackiert, ist das hier ebenfalls ein großer Pluspunkt.
Fazit:
Für mich persönlich der bisher beste Genrebeitrag im neuen Jahrtausend. Eigentlich ein typischer 9 Punkte Fall, aber der dämliche Eiszapfen Unfall (Seit wann kann ein 1 Meter herunter fallender Eiszapfen einen kompletten Schädel durch bohren?) und den Schlafanzügen der Killer (Wieso bitte laufen die den ganzen Tag in Schlafanzügen rum?) gibt’s nur 8 Punkte, dafür aber sehr gute!!!
Johnny Danger 22.12.2007