Auch wenn es mit Sicherheit für den einen
oder anderen Leser recht abstrakt klingen mag, aber
dieser Film hat in den Jahren 2006 – 2008
meinen Filmgeschmack entscheidend beeinflusst. Für
geschätzte 500 Hongkong-Dollar in den tiefsten
80´ern irgendwo in einem Hongkonger Park innerhalb
weniger Stunden abgedreht, schaffte dieser Supertrash
mit seinen schlecht sitzenden Kostümen und
dämlichen Dialogen es doch glatt mich in einen
derartigen Zustand aus Verwunderung und Dauerlachen
zu versetzen das in mir ein immer größeres
Verlangen nach dem Cut-Paste Schwachsinn aus dem
Hause IFD und Filmark keimte. Schon fast wie eine
Droge, denn hier eröffnete sich direkt vor
mir eine Welt des Abstrakten wie Sie sonst nirgendwo
zu finden ist, selbst nicht in den Filmen eines
Krishnah Shah oder Noburu Iguchi.
„Es sind die Black Ninjas!
Sie haben sich in der letzten Zeit darauf spezialisiert
ranghohe Militärpersonen unserer Armee zu ermorden.
Sie gehen dabei so verdammt schnell und geschickt
vor, das es unsere Polizei bisher überhaupt
keine Beweise gegen Sie hat!“
Dabei fängt der Film eigentlich ganz banal
an, als ein Typ Namens John mit seiner Freundin
Helen deren Onkel vom Flughafen abholt. Doch schon
in den Anfangsminuten offenbart sich dem Zuschauer
der schiere filmische Wahnsinn als sich der Taxifahrer
in einen Ninja verwandelt und Helen und ihren Onkel,
der ganz zufällig auch noch ein angesehener
thailändischer General ist, meuchelt. Doch
John ist Hauptberuflicher Ninja und vermöbelt
prompt den Taxifahrer samt Ninjakollegen, die ohne
jegliche Erklärung plötzlich ins Bild
springen.
Aber Produzent Tomas Tang weiß gleich noch
einen drauf zusetzen und lässt unseren Ninja
John Hilfe beim thailändischen Soldaten Vegara
suchen. Diesen will er beim Verbrecherboss Marshal
unterzubringen, der hinter dem fiesen Ninjaanschlag
steckt, was natürlich keiner erst heraus finden
muss sondern jeder hier sofort weiß. Als der
geniale Plan nicht aufgeht, beschließt John
das geheime Ninjalager ausfindig zumachen während
Vegara Marshals Sohn Ian umbringen will, weil dieser
seine Frau vergewaltigt hat. Als ob das nun nicht
schon Alles genug wäre, musste ich, als völlig
Unerfahrener in Sachen Cut/ Paste Trash, auch noch
feststellen, das dabei Vegara, Marshal und Co. aus
einem ultra billigen, scheinbar aus Thailand stammenden
Actionfilm herein geschnitten wurden. Dabei ist
die Tatsache, dass das Thai-Material im Vergleich
mit dem in Hongkong Gedrehten von der Bildqualität
her deutliche Qualitätsunterschiede aufweist,
noch das geringste Problem.
Während John sich nun um die fiesen Ninjas
kümmert, erschießt Vegara mal eben nebenbei
Ian und flüchtet, zusammen mit dessen Schwester,
vor Marshals Leuten in den Dschungel. Der nun folgende
Kleinkrieg aller Rambo ist im selbst Film aber eher
Nebensache den Johns Auseinandersetzungen mit den
Ninjas strotzen von solch Wahnsinn wie auch Einfallsreichtum,
das Vegaras Story neben ihr verblasst und diese
Sequenzen vom Zuschauer eher dazu benutzt werden
müssen, das Gezeigte in Sachen Ninjas zu verarbeiten.
Es ist wirklich schwer das Gezeigte dabei in Worte
zu fassen, denn man muss es einfach gesehen haben
um es zu glauben. Neben den obligatorisch miesen
Darstellern, deren Minimalmimik und dämliche
Kommentare dem geneigten Zuschauer ein Dauergrinsen
ins Gesicht zaubern, gibt es da etwa rund ein Dutzend
höchst amüsanter Ninja-Geheimtechniken
wie etwa das Unsichtbarmachen, wobei man einfach
im Schnittraum 2 Bilder übereinander legte
oder dem Regenschirm, der ultimativen Geheimwaffe
des bösen Oberninja. Mein persönliches
Highlight stellt aber eine eher kurze Szene da,
in welcher einem Soldaten eine Schlange auf die
Schulter fällt und dieser dabei dermaßen
Grimassen zieht, das ich wirklich am Boden lag vor
lachen.
Neben Filmen wie „Hard Rock Zombies“
und Machine
Girl ist „Black Panther“
ohne jede Frage eine der ultimativen Bewährungsproben
für jeden der sich Trashfilmliebhaber nennt.
Jedem der Wert auf eine durchdachte Story und gute
Darsteller legt sei geraten, einen möglichst
großen Bogen um dieses Stück Film zu
machen!
Johnny Danger 28.07.2006 (Update 31.01.2009)