Wir schreiben das
Jahr 1992, die indonesische Filmindustrie ist am Zusammenbrechen
und H. Tjut Djalil, seines Zeichens Regisseur solch
filmischer Meilensteine wie
Lady
Terminator, scheint sich verpflichtet zu
fühlen noch einmal einen richtigen Kracher abzuliefern.
Das Endergebnis seiner Arbeit hört auf den Namen
„Dangerous Seductress“ und ist
wieder mal Trash wie er eigentlich nur aus Indonesien
stammen kann.
Der Film eröffnet mit einer wilden Verfolgungsjagd
quer durch Jakarta, welche schließlich auf einem
abgelegenen Friedhof in einem Blutbad endet. Einer
der Gangster verliert, während der Schießerei
mit der Polizei, einen seiner Finger an welchem ein
geheimnisvoller Ring prangt. Dieser setzt den Geist
einer sexy Hexe frei, die natürlich Blut zum
überleben braucht. Daher fährt Sie kurzerhand
in die nicht minder attraktive Suzan, welche umgehend
damit beginnt durch die Clubs der indonesischen Hauptstadt
zu ziehen und Männer aufzureißen, deren
Blut dazu dienen soll ihren Durst zu stillen.
Doch es gibt da auch noch Suzans Schwester und deren
Freund, die mit einem Voodoo Priester versuchen die
Besessenen zu stoppen was schließlich in einem
Showdown aus Rauch und lustig anmutenden Zeichentrick-Blitzen
gipfelt.
Wie auch schon in oben erwähnten Lady
Terminator bietet auch „Dangerous
Seductress“ typisch indonesischen Hardcoretrash
mit einigen äußerst skurill anmutenden
Szenen. So gibt es da etwa einen Hund, der am Anfang
des Filmes der halbverwesten Hexe ins Bein beißt
und daraufhin kurzerhand von ihr ausgesaugt wird sowie
einen mehr als skurillen Voodoo-Priester, dessen Auftritte
zu den absoluten Highlights zu zählen sind (Seine
Einspannung in eine Tiersnuffszene allerdings weniger).
Zudem verfügt der Film mit Tonya Lawson über
einen echten Hingucker in der Hauptrolle und man vermag
sich nicht vom Bildschirm los zu reißen, wenn
Sie in knapper Reizwäsche etwa eines ihrer Opfer
mit einer Harpune an der Wand festnagelt und ziemlich
blutig mit einem ihrer Stöckelschuhe in dessen
Hals tritt.
Aber der Film hat auch seine Schwachpunkte. Zum einen
wären da etwa die Fotoshootings von Suzans Schwester,
welche recht sinnfrei und nicht minder großzügig
als Lückenfüller in den Film geschnitten
wurden und zum anderen gibt es da noch einen Soundtrack,
dessen nervtötende Töne nicht gerade selten
die Ohren des Zuschauers strapazieren. Ich würde
dabei sogar so weit gehen und behaupten, das es sich
um einen der schlechtesten Soundtracks handelt, die
mir bisher begegnet sind.
Leider fallen die Kritikpunkte bei „Dangerous
Seductress“ im Endeffekt derart schwer
ins Gesamtbild, das ich mich, trotz etlicher Schauwerte
die das Angucken rechtfertigen, nur zu einer Gesamtwertung
von 6 Punkten durch ringen kann.
Johnny Danger, 03.01.2010