-Titel: Examen
-Originaltitel: Final Exam
-Alternativtitel:  
-Kategorie: Horror
-Herstellerland und Jahr: USA 1981
-Regie: Jimmy Huston
-Drehbuch: Jimmy Huston
-Kamera: Darrell Cathcart
-Musik: Gary S. Scott
-Special FX:  
-Produzent(en): John L. Chambliss, Myron Meisel
-Darsteller: Cecile Bagdadi, Joel S. Rice, Ralph Brown u.a.
-Interne Links:  
-Externe Links: OFDb, IMDb
   
   
 

 

 

Cover der deutschen VHS von Embassy
-Review:

Eine Rabenschwarze Nacht, die Kamera fährt über einen See, dessen Oberfläche sich leicht im Mondschein spiegelt, bis hin zu einem Auto am Ufer in welchen sich es ein Liebespaar gemütlich gemacht hat.

Tja, ein Anfang wie in so vielen anderen Vertretern des Slashergenres. Das mittlerweile schon obligatorische Rumgezicke des Mädchens ist natürlich auch enthalten, als ihr Freund Sie anfassen möchte. Und natürlich weiß man als Zuschauer auch, dass Beide gleich von einem mysteriösen Killer getötet werden. Hier offenbart sich dann auch schon eine der unfreiwilligen Schwächen von Examen. „Unfreiwillig“ bezieht sich darauf, dass hier die MPAA, das amerikanische Pendant zur deutschen FSK, mal wieder ziemlich kräftig zugeschlagen hat. Für die vom Verleih gewünschte R-Rated Freigabe musste der Film ordentlich Federn lassen.
In Deutschland wurde der Film dann zwar ungeschnitten in dieser Fassung veröffentlicht aber auch schnell indiziert. Aus heutiger Sicht schon ziemlich lächerlich, da die Endversion gerade mal genug Effekte hat um eine FSK 16 Freigabe zu bekommen.

Naja, nun aber weiter mit dem eigentlichen Film.

Nach der Einleitung sackt der Film erstmal ziemlich stark ab und beschäftigt sich deutlich zuviel mit den Charakteren. Hier muss man aber wirklich zugeben, das man die Sache deutlich besser macht als bei einem Großteil der Genrekollegen und die Figuren sogar mal etwas Tiefe besitzen und sich um Sympathiepunkte beim Zuschauer bemühen.
Da gibt es in etwa dem Streber Radish, gespielt von Joel S. Rice, der alles Andere als ein Schönling und im Genre eigentlich ein typischer, schnell sterbender Nebencharakter ist. „Eigentlich“ denn hier spielt neben der weiblichen Hauptfigur in Form von Cecile Bagdadi als Courtney die Hauptrolle. Letztere ist im direkten Vergleich zu Radish übrigens leider zur üblichen „Klischee Heldin“ reduziert, sprich jungfräulich, konservativ und so weiter..

Neben allerhand Studentenscherze und Gebrabbel geht es mit dem eigentlichen Slasher erst nach rund 50 Minuten Laufzeit weiter. Schon fast im Akkord werden nun so ziemlich alle Charaktere abgemurkst. Zwar bei weitem nicht so übereilt wie etwa in einem Killerparty aber dennoch hätte man das Ganze besser über die gesamte Laufzeit verteilen sollen, als jetzt so etwas dem Zuschauer vor zu setzen.
Bei den Morden an sich habe ich auch schon viel Kreativeres gesehen und die MPAA hat dem Ganzen dann ja sowieso noch den Rest gegeben. Die von einem als Zuschauer erhoffte Gewalt gibt es auf jeden Fall nicht.

Wenn sich jetzt mal wieder so ein Möchtegern Kritiker melden sollte und sich zu beschweren, was man den für ein Mensch sei, wenn man als Zuschauer bei Filmen auf so etwas abziele, dem sei gesagt, das es nun mal eine Tatsache ist, dass das Slashergenre ja nun mal auf die niederen Instinkte des Menschen abziehlt und zu einem Horrorfilm nun mal Blut und Gewalt dazu gehört denn der größte Horror des Menschen ist nun mal die Angst vor dem Tot und damit wird hier gespielt!

Nachdem dann am Schluß Alle bis auf Courtney das Zeitliche gesegnet haben und Sie sich allein dem Killer gegenüber sieht entpuppt sich der Killer (Und ich denke nicht, das ich da Leuten, die den Film noch nicht gesehen haben irgendetwas vorwegnehme) als irgend so ein daher gelaufener, Namenloser Typ. Über die Beweggründe der Figur erfährt man auf jeden Fall rein gar nichts.

Fazit:
Es gibt zwar deutlich besser Vertreter des Subgenres aber Examen ist, trotz der heftigen Schnittauflage durch die MPAA, ein überraschend solider Film. Er macht keine großen inhaltlichen Fehler und verfügt über eine gute Charakterzeichnung.
In Anbetracht der Tatsache, dass ich in letzter Zeit wirklich ziemlich viele schlechtere Slasher gesehen habe, soll er nochmal 7 von 10 Punkten bekommen!

Johnny Danger 19.08.2007

-Offizielle Wertung:
X X X X X X X X X X 07/10