-Titel: Faust – Love of the Damned
-Originaltitel: Faust – Love of the Damned
-Alternativtitel: Faust
-Kategorie: Horror
-Herstellerland und Jahr: Spanien, USA 2000
-Regie: Brian Yuzna
-Drehbuch: David Quinn
-Kamera:  
-Musik: Xavier Capellas
-Special FX: Screaming Mad George
-Produzent(en): Brian Yuzna, Carlos Fernández
-Darsteller: Mark Frost, Isabel Brook, Jeffrey Combs u.a.
-Interne Links:  
-Externe Links: OFDb, IMDb
   
   
   

 

 

Cover der deutschen DVD von Legend
-Review:

„Ich bin der Porno der dich anmacht!“

Die große Frage, welche sich bei „Faust – Love of the Damned“ sofort stellt, ist, wie verfilmt man ein Comic welches sich in erster Linie durch exzessive Gewalt, pornographische Szenen und dem ästhetischen Zeichenstil des Künstlers (Tim Virgil) auszeichnet?
Nun, um das Werk umzusetzen hat der Autor der Vorlage, David Quinn, höchst persönlich für das Drehbuch gesorgt und kein geringerer als Brian Yuzna („Bride of Re-Animator“) nahm auf dem Regiestuhl platz. Die Gewalt wurde stark zurück geschraubt und jegliche pornographische Darstellung von vornherein gestrichen, lediglich ein paar kleine Erotikszenen sind noch übrig geblieben.
Den groben Rahmen der Story sowie die Figuren hat Quinn direkt von der Vorlage übernommen. Neu zugefügt wurden allerdings eine kleine Nebenhandlung sowie die Charakterentwicklung von Lt. Dan Margolies zusätzlich abgeändert.

Der Maler John Jaspers (Mark Frost)lebt glücklich zusammen mit seiner Freundin. Eines Nachts werden die Beiden jedoch von der Schieberbande überfallen, welche Jaspers Freundin einst ins Land schmuggelte. Während Sie brutal getötet wird, lässt man ihn zusammen geschlagen am Boden zurück.
Total am Boden zerstört will sich der Maler wenig später von einer Brücke in den Tod stürzen, wird dabei jedoch von dem mysteriösen M (Andrew Divoff) abgehalten. Dieser schlägt ihn einen Pakt vor: Die Macht der Rache gegen seine Seele. Jaspers unterzeichnet den Vertrag, ohne zu zögern, mit seinem Blut.
Den Akt der Rache wenig später vollführt, soll Jaspers M nun fortan als Werkzeug dienen, um die Apokalypse herbei zuführen.
Durch die Liebe zur Psychiaterin Jade De Camp (Isabel Brook) findet Jaspers aber wieder ein Grund zum Leben und stellt sich gegen seinen Meister.

 Für einen B-Movie hat Yuzna auf den ersten Blick mit Genreveteran Jeffrey Combs, Andrew „Wishmaster“ Divoff sowie der spanischen Moderatorin und Schauspielerin Mónica Van Campen als M´s verruchte Geliebte Claire einen ganz interessanten Cast zusammen gestellt. Leider ragt in darstellerischer Hinsicht aber gerade mal der gewohnt kompetent agierende Combs aus der Masse heraus. Divoff zeigt in seiner Rolle nur einmal mehr, das „Wishmaster“ wohl sein absoluter Karrierehöhepunkt war und die eigentlich ziemlich hübsche Mónica Van Campen spielt ihre Rolle nicht weniger enttäuschend trotz der Tatsache, das Sie ihre wohl geformten Brüste diverse Male in die Kameralinse drückt. Aber zum Teil mag dies mit Sicherheit auch daran liegen, das Claires Charakter im Film einfach viel zu nuttig ausgelegt ist und ihr dabei jegliche Klasse fehlt. Gerade  diese  Kombination hat ihren Charakter in der Comicvorlage eigentlich erst interessant gemacht.
Als ob das nicht schon genug wäre, belastet Yuzna dann auch noch den Film mit einer unsinnigen Nebenstory um Claire´s Versuch M´s Posten einzunehmen und verheizt im Finale dann nicht nur ihren Charakter recht sinnlos sondern auch noch den von Lt. Margolies (Combs), in einem selten dämlichen Szenario.
Der in der Hauptrolle agierende Theaterschauspieler Mark Frost hingegen weist eine so unscheinbare Art auf, das man ihn glatt übersehen könnte, würde er nicht John Jaspers spielen. Hinzu kommt dann auch noch, das sein Faust-Kostüm eher wie ein unförmiger Gummiklumpen wirkt als Furcht einflößend. Da hätte man sich vielleicht etwas mehr an der Stoffvariante aus dem Comic orientieren sollen.

„Was denkst Du Bruder, zuviel Blut oder noch nicht genug?“

Für die Effekte hat Yuzna sich des weiteren Screaming Mad George an Bord geholt, mit welchen er auch schon bei Filmen wie „Bride of Re-Animator“ und „Mutronics“ zusammen gearbeitet hatte. Was die Splattereffekte angeht, durfte dieser sich hier mal wieder so richtig austoben, auch wenn nicht unerwähnt bleiben sollte das trotz abgetrennter Köpfe und Arme die Brutalität im Vergleich zur Vorlage doch drastisch gedrosselt wurde.
Die Qualität der Arbeit des in Japan geborenen Künstlers schwangt allerdings von Szene zu Szene. So ist ein Kehlschnitt etwa , welchen Claire einen Typen beim „einreitet“ zufügt, von recht bescheidener Qualität, während an anderer Stelle ein von Jaspers Krallen durchstoßener Kopf doch wieder recht gut gelungen überzeugend umgesetzt wurde.
Ganz anders sieht es dann wieder bei den CGI Effekten aus, welche vermehrt im Finale zum Einsatz kommen, als der Humunculus die Bühne betritt. Diese sind durch die Reihe von äußerst minderwärtiger Natur und erinnern stark jene aus „Spawn“.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die Kampfszenen. Eigentlich sollte man meinen das Yuzna auch vermag Action einiger Maßen vernünftig umsetzen nachdem seine Verfilmung des Guyver Mangas, welche in Deutschland und „Mutronics“ lief, doch recht anschaulich geworden war. Aber falsch gedacht! Dem Ganzen fehlt jegliche Dynamik. Da rettet auch leider der Heavy Metal Soundtrack nichts, welcher stets ertönt wenn Jaspers mit dem Aufschlitzen seine Gegner beginnt.

Ok, jetzt wurde der Film ganz schön zerrissen aber es wäre äußerst heuchlerisch von mir ihn jetzt als durchwegs schlecht zu bezeichnen. Trotz etlicher Makel und eine streckenweise doch etwas merkwürdige herangehens Weise seitens Yuzna, bietet „Faust – Love of the Damned“ in seinen ersten 2/3 doch recht gute B-Movie Unterhaltung und findet auch immer wieder den Weg in meinen DVD Player. Und man sollte bei einer Verfilmung wie dieser auch nicht vergessen, das eine 1:1 Umsetzung einem finanziellem Desaster gleich kommen würde, da der Vertrieb von einen Film mit solch exzessiver Gewalt und Pornographischer Darstellung, wie im Comic aufgezeigt, unzähligen Vertreibeinschränkungen unterliegen würde.

Johnny Danger, 13.02.2009

-Offizielle Wertung:
X X X X X X X X X X 06/10