-Titel: Gale Force
-Originaltitel: Gale Force
-Alternativtitel: Gale Force – Die 10-Millionen-Dollar-Falle,
  Gale Force - Don't Mess with Mother Nature
-Kategorie: Action
-Herstellerland und Jahr: USA 2002
-Regie: Jim Wynorski
-Drehbuch: Steve Latshaw
-Kamera: Andrea V. Rossotto
-Musik: Neal Acre
-Special FX:  
-Produzent(en): Jim Wynorski, Alison Semenza
-Darsteller: Treat Williams, Michael Dudikoff, Paul Logan u.a.
-Interne Links:  
-Externe Links: OFDb, IMDb
   
   

 

 

Cover der deutschen DVD von Starmedia
-Review:

Nach einigen recht unterhaltsamen Filmen Ende der 80´er, Anfang der 90´er wie „Das Grüne Ding aus dem Sumpf“ und „Forbidden Beauty“ fühlte Jim Wynorski sich Mitte der 90´er dazu berufen, Schundfilme im Akkord zu produzieren und beglückt seither die Videotheken mehrmals im Jahr mit Werken wie „Rangers“ und „Island of Beasts“.
Für Gale Force holte er sich  mit Treat Williams und Michael Dudikoff 2 recht bekannte Gesichter vor die Kamera und schafft es mit dieser Kombo nach etlichen Tiefschlägen doch nochmal Interesse bei mir zu wecken. Und siehe da, das Ergebnis ist gar nicht mal so schlecht, eigentlich sogar ziemlich gut für Wynorski Verhältnisse!

Links der "original" Last Action Hero und rechts Wynorskis Kopie

In den Film startet Wynorski, welcher hier mal wieder unter dem Pseudonym Jay Andrews arbeitete, mit einer coolen aber auch dreisten Homage an Arnold Schwarzeneggers immer noch ziemlich unterschätzten Last Action Hero. Dabei tritt der einstige Hair-Hippie Treat Williams an die Stelle der Actionlegende und spielt dessen Part samt rotem T-Shirt, brauner Lederjacke und blauer Jeanshose (für eine coole Gürtelschnalle gleich die des Originals hat das Budget dann allerdings  wohl nicht mehr gereicht). Besagter Williams liefert sich nun hier mit einigen Gangstern eine rasante Verfolgungsjagd. Um Geld zu sparen hat Wynorski hier allerdings zu ziemlich unverschämten Mitteln gegriffen und Tonnenweise alternative Einstellungen von der Verfolgungsszene aus dem großen Vorbild rein geschnitten. Ich muss zugeben, das es mir nicht gleich auf den ersten Blick aufgefallen ist und daher habe ich wohl auch etwas mehr Spaß am Geschehen gefunden, als Jemand dem die Wiederverwurstung gleich vom ersten Moment an bekannt war.

Absolut dreist wieder verwertet: Links 2 Szenen aus Last Action Hero, Rechts die dazu gehörigen alternativen Einstellungen die Wynorski für Gale Force benutzte

Nach der Action muss Treat Williams, dessen Rolle in diesem Film übrigens Sam Garrett heißt, erstmal seine Marke an den Harken hängen, weil er die Tochter des Bürgermeisters beschuldigt ihre eigene Entführung vorgetäuscht zu haben. Natürlich kommt dabei auch mal wieder der ständig schlecht gelaunter und rum meckernder Klischee-Chef zum Zug.
Nachdem Vorfall wird Williams Rolle erstmal herrlich standartisiert als absolut abgehalfteter und runter gekommener Bulle gefördert, dessen ganzes Leben seine Arbeit ist, sich gerne abgelaufene Hot Dog Würstchen über der Gasherd Flamme grillt und Bier als Hauptbestandteil seines Kühlschranckinhalts vorzuweisen hat.

Da er momentan nichts besseres zu tun hat tritt er auf Wunsch eines Freundes hin als Kanditat für die neue TV-Show „Treasure Hunt“ an. Als Gegenleistung soll Garrett nach Abschluß der Produktion wieder in den Polizeidienst aufgenommen werden.
Bei Treasure Hunt werden eine Handvoll Kanditaten auf einer einsamen Insel ausgesetzt und sollen, ständig begleitet von Kameramännern, einen Schatz bergen. Genau genommen eine Truhe in welcher sich unglaubliche 10 Millionen Dollar verbergen. Jeder Teilnehmer bekommt 30 Tausend Dollar und der Finder darf zudem noch die 10 Millionen Dollar behalten.
Um das Ganze etwas spannender zu gestalten, werden auf der Insel auch nochein paar Ex-Marines abgesetzt, welche die Möglichkeit haben per Paintball-Verfahren Kanditaten aus dem Spiel zu „entfernen“.
Auf der Insel gelandet, tragen diese statt Painball jedoch echte Waffen und beabsichtigen unter der Leitung von Jared (Gespielt von Michael Dudikoff) die 10 Millionen Dollar in ihre eigenen Hände zubringen.

Den eigentlichen Sunnyboy Michael Dudikoff hier mal als Schurken zu sehen ist schon ein echtes Highlight.
Zugleich war Gale Force auch sein vorletzter Film, dem nur noch Quicksand – Tödliche Dosis im selbigen Jahr folgte. Agieren tut er hier mal wieder ziemlich hölzern und Lustlos was wohl auch daran liegen mag, das er (Laut einiger Quellen im Internet) damals wirklich keine Lust mehr hatte, ständig in irgendwelchen billigen und schnell herunter gekurbelten Direct-to-Video Produktionen mitzuwirken weil es keine vernünftigen Rollenangebote mehr für ihn gab.
Anders sieht es da schon bei Treat Williams aus. Ob dieser Lust hatte weiß ich zwar nicht, aber er bringt wirklich Spaß und Charme mit. Trotzdem darf Michael  den Zweikampf am Ende gegen Treat für sich entscheiden, was aber auch daran liegen mag, das er einfach bekannter ist und einen weit größeren Fankreis vorweisen kann.
In einer größeren Nebenrolle ist außerdem noch ein in Jahre und ins Gewicht gekommener Tom Thomerson (Trancers). Peinlich ist hier für ihn besonders eine Szene, wo er sich seinen Rucksack mal etwas „zu fest“ umgeschnallt hat.

Links, Michael Dudikoff gewohnt cool als Bösewicht Jared. Rechts, ein deutlich in die Jahre (und die Kilos) gekommener Tom Thomerson

Verwundert war ich auch über Wynorskis Inzenierung. Zwar sind seine Filme immer herrlich bunt aber in letzter Zeit haben seine im Akkord runtergekurbelten Werke einen eher faden Nachgeschmack hinterlassen.
Die ersten 2/3 des Filmes hat Graf Trash erstaunlich gut und mit beachtlichen Unterhaltungswert in Szene gesetzt ABER im letzten Drittel erlebt der Film eine Talfahrt, die ihres Gleichen sucht (Im direkten Vergleich zum vorherigen Teil des Films). Keiner scheint hier mehr wirklich Lust auf den Film gehabt zu haben und Alles wurde scheinbar ohne Rücksicht auf Verluste im Eilverfahren runter gekurbelt, damit jeder der Beteiligten möglichst schnell nach Hause konnte. Besonders negativ fällt dabei der Angriff von Dudikoff bzw. Jared und seinem Team aufs Camp auf. Mit einem Granatwerfer werden dabei Explosionen ausgelöst, die schlichtweg „UNMÖGLICH“ sind. Würde mich mal interessieren, aus welchen Film Wynorski die wieder rein geschnitten hat. Nebenbei hat er dann auch noch Alles so katastrophal mit Stock-Footage und grotten schlechten CGI-Effekten dicht gestopft, das einem als Zuschauer wirklich die Spucke weg bleibt.

Ein absolutes Paradebeispiel für Wynorskis Logik im Film: Jareds Handlanger schießt und Wynorski schneidet Explosionen rein, die bei Gebrauch der Waffe unmöglich sind. Was man auf den Bildern nicht genau erkennen kann ist, das es eigentlich auch noch im Film regnet aber bei einigen Explosionsaufnahmen (Es sind mehrere aneinander geschnitten) fällt deutlich sichtbar kein Tropfen vom Himmel

Fazit:
Beachtlich unterhaltsamer Mix aus Action und Abenteuer Film mit herrlichem B-Movie Charme sowie mit Michael Dudikoff und Treat Williams in den Hauptrollen wirklich gut besetzt. Trotz der Tatsache, dass er im letzten Drittel geradezu unglaublich absackt wage ich es, ihn als einen der besten Filme aus Wynorskis Schundfilmstube zu bezeichnen.

Johnny Danger 23.03.2008  

-Offizielle Wertung:
X X X X X X X X X X 06/10