Was habe ich mich gefreut, als ich „Godzilla
– Final Wars“ zum ersten Mal in
der Videothek entdeckte, wo er das Regal zierte.
Obwohl ich lediglich trashige Unterhaltung erwartete,
nicht mehr und nicht weniger, präsentierte
sich mir das Werk von Japans viel gelobten Regiewunderking
Ryûhei Kitamura als ziemlich durchwachsene
Kost.
Der Film startet furios: Godzilla wird in den Anfangsminuten
im Eis eingefroren, gefolgt von einem Wiedersehen
mit Manda, der Seeschlange aus Tohos
„U
2000- Tauchfahrt des Grauens“, welche sich
einen erbitterten Kampf mit einer überholten
Version der U 2000 liefert, welche unter dem Kommando
von K1 Haudegen Don Frye steht.
Nach kurzer Einführung der Hauptcharaktere greifen
wenig später ein Haufen Monster die bedeutendsten
Städte der Welt an. Unter ihnen sind, abgesehen
von Rodan und Angirus, hauptsächlich Kaijus,
die nach einem Filmauftritt wieder in der Senkung
verschwanden. Ziemlich lächerlich kommt hierbei
allerdings der Auftritt vom US Godzilla, hier nur
Zilla genannt, welcher mit ziemlich schlechten CGI
Effekten umgesetzt wurde. Auch wenn man dies durchaus
als Meinungsäußerung zum (im Vergleich
zur Vorlage) ziemlich verhunzten US Remake verstehen
darf, schadet Zillas (zum Glück) kleiner Auftritt
dem Gesamtwerk mehr als er ihm einbringt. Besser sieht
es dann schon beim Angriff der Riesenkrabbe Ebirah
aus, welcher sich die M-Einheit in den Weg stellt,
eine Elite Einheit der Earth Defense Force (EDF),
welche im Mittelpunkt von Final War steht. Nur mit
tragbaren Waffen gerüstet, heizen 5 Soldaten
hier dem Monster in einer derart rasanten Auseinandersetzung
ein, das man als Zuschauer erstmal gar nicht weiß,
was man sagen soll.
Wie aus dem Nichts tauchen nun plötzlich Aliens
auf und lassen die Monster verschwinden. Diese Wesen
in Menschengestalt geben vor, die Erde vor dem Planeten
Gorath bewahren zu wollen, welcher sich auf Kollisionskurs
befindet. Hierzu muss die Menschheit jedoch ihre gesamte
militärische Streitkraft an einem Punkt konzentrieren.
Natürlich ist das Alles nur eine Finte der Aliens
um die Menschen zu unterwerfen.
Nach dieser ziemlich flotten Einführung in den
rund 2 Stunden andauernden Film, versucht sich Kitamura
dann an den einzelnen Charakteren, beweist dabei aber
leider nur ein weiteres mal, das ihm für so etwas
einfach das Feingefühl fehlt. Das Resultat für
den Zuschauer sind etliche Längen die man durchstehen
muss, bis der Film entlich wieder etwas an Fahrt gewinnt.
Dies geschieht, als die Aliens ihre wahren Absichten
bekannt geben. Kurzerhand wird dabei dann auch noch
der Anführer der Aliens von seiner rechten Hand
getötet, welcher das Kommando an sich reißt.
Dumm nur für den Zuschauer, das der Typ einer
von den Schurken ist, bei denen jeder Handlung erstmal
ein Endlosvortrag über ihre Pläne und Absichten
voraus gehen muss.
Zum Finale wird Godzilla dann endlich, von den Filmhelden,
aus seinem eisigen Gefängnis befreit, womit der
große Monster Bash beginnen kann. Als erstes
pustet er einem neu gestalteten Gigan, der seinen
Befreier gefolgt ist, den Kopf weg. In wenigen Minuten
wandert die grüne Riesenechse dann einmal um
die ganze Welt und macht dabei alle Monster platt,
die unter Kontrolle der Aliens stehen. Lediglich das
Dreiergespann Angirus, Rodan und König Shi-Saar
kann gegen Godzilla länger als eine Minute durch
stehen.
Als großen Endgegner in Tokyo schickt man mit
Monster X dann schließlich auch ein neues Monster
auf den grünen Giganten los. Dumm nur, das Es
sich auf einmal in Kaiser Gidorah verwandelt, ein
hässlich, klumpiges Update von King Gidorah.
Womit der Begriff >Neues Monster< dann eigentlich
auch schon wieder für die Mülltonne ist.
Neben einem Kurzbesuch von Mothra, taucht dann auch
noch Gigan X auf, welcher nun Kettensägen anstatt
seiner Klingen trägt, und köpft sich in
einer ziemlich merkwürdig anmutenden Szene erstmal
selbst.
Während sich die Monster nun im verwüsteten
Tokyo die Köpfe einschlagen, liefern sich die
Menschen mit den Aliens, in deren Mutterschiff, ein
paar schlecht choreographierte Fights, denen natürlich
auch wieder ein ewig langer Vortrag des Alien-Anführers
voran gehen muss. Spätestens als zwischen unserem
Helden und dem Oberschurken ein Kampf der Supermutanten
entbrennt, fühlt man sich unweigerlich an eine
schlechte Folge von
„Dragonball Z“
erinnert.
Am Ende sind die Bösen besiegt und Godzilla wandert
mit seinem Sohn ins weite Meer hinaus, während
ihm die Menschen nach schauen und über seine
Beweggründe philosophieren.
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Mit ganzen 16 Kaiju
kann Kitamura´s „Godzilla –
Final Wars“ aufwarten |
Was dem Kaiju Eiga Fan hier ganz besonders fehlen
dürfte ist, das die meisten Kaiju gar nicht
ihre Spezialfähigkeiten zeigen dürfen.
Z.b. galt Hedora ja einst als (fast) unbesiegbar
und konnte nur durch Austrocknung seines Körpers
zur Strecke gebracht werden und Okinawas Schutgott
König Shi-Saar besaß die Fähigkeit,
Energiestrahlen zurück zu werfen. Aber auch
ansonsten ist der Film mit den ganzen Kaiju gnadenlos
überfordert und das, obwohl Kitamura auch hier
mal wieder seinen Hang zur Überlänge beweist.
Mit 30 Minuten weniger und der damit verbundenen
Eliminierung diverser Längen, die besonders
im Mittelteil auftreten, wäre „Godzilla
Final Wars“ sicher ein echter Stimmungsmacher
geworden denn Kitamura zeigt auch hier wieder auf,
wo seine Stärken liegen, nämlich in durchgestylter
Aktion (auch hier wieder mit einigen deutlichen
Gewaltspitzen), schnellen Schnitte und eine opulente
Optik.
Johnny Danger 27.06.2007 (Update 06.01.2010)