In nicht allzu gerner Zukunft werden den Bürgern
eines totalitären Staates Chips in die Gehirne
eingepflanzt, welche den Menschen jegliche Emotionen
rauben. Geleitet von einem engelhaften Demagogen Namens
Gurjev, verfolgt man so den Traum eines Staates des
totalen Friedens, in dem alle Bürgern in Eintracht
leben und Verbrechen ein Fremdwort ist.
Doch dieser Traum wird getrübt als eine Bande
Banditen den Hakaider aus seinem Gefängnis befreit,
ein mächtiger Cyborg der in schwere Ketten gelegt
und eingesperrt wurde, scheinbar um ihn auf Ewig vor
dem Tageslicht zu verstecken. Ahnungslos seiner Herkunft
und Bestimmung, lässt er sich von seinem Instinkt
nach Jesus Town leiteten, der Hauptstadt des totalitären
Staates. Doch hier scheint man ihn bereits zu kennen
und setzt Alles daran den Eindringling zu stoppen.
Mit einer kleinen Gruppe Rebellen nimmt er den Kampf
gegen die schwer bewaffneten Truppen auf, die von dem
Cyborg Michael geleitet werden. Mit
„Hakaider“
schuf Keita Amemiya, Regisseur von
„Zeiram“
und
Kamen
Rider ZO, ein Spin-Off der Manga und TV
Serie
„Kikaider“ und macht dabei
gleichzeitig auch eine tiefe Verbeugung vor deren Schöpfer
Shotaro Ishinomori, welcher sich u.a. auch für
Kamen Rider verantwortlich zeichnet. Selbiger schuf
für den Film auch die Story, an der sich Drehbuchautor
Yoshinori Kitase orientierte. Obwohl in diesem eigenständigen
Film eigentlich Kikaiders Gegenspieler Hakaider im Mittelpunkt
steht, welchen man hier vom Schurken zum Antihelden
wandelte, konnte sich Amemiya einige Anspielungen auf
das Original nicht verkneifen. So erinnert der Kopf
des Superroboters im Finale, etwa an den des Kikaiders,
mit seinem blau/roten Design.
Aber das sind nicht die Einzigen Anspielungen in
„Hakaider“,
denn Amemiyas hat den Film zusätzlich mit allerhand
christlicher Symbolik beladen, die den Film an einigen
Stellen geradezu in einen wahren Bilderrausch versetzen
und auch einen großen Teil dazu beiträgt,
das hier oftmals die Grenzen zwischen Gut und Böse
gänzlich verschwinden. So etwa sind die scheinbaren
Schurken um Gurjev und dessen rechter Hand Michael stets
in Weiß gekleidet und deren Traum von einer friedlichen
Gesellschaft ist objektiv betrachtet eigentlich ein
sehr nobles Ziel wenn auch gleich es an den Methoden
zur Umsetzung hapert. Auf der anderen Seite sind der
Hakaider und die Rebellen in konsequent dunkle Farben
gehüllt und töten generell jeden, der ihnen
im Weg steht. Erst gen Ende zeigt der Hakaider, wenn
auch nur für einen kurzen Augenblick, Emotionen.
Etwas getrübt wird das ganze lediglich an einigen
Stellen durch das auffallend geringe Budget. So etwa
fehlte es Amemiya deutlich an den Mitteln um dem Zuschauer
das Bild einer futuristischen Gesellschaft zu vermitteln,
welches in vorschwebte. Dabei lassen seine Versuche
dies zu vermitteln den Film an einigen Stellen, recht
unfreiwillig in den Trashsektor abdriften. Hinzu kommen
dann noch diverse etwas unglücklich gewählte
Kameraeinstellungen sowie einem Schnitt, dem es deutlich
an Tempo fehlt, was sich besonders im Finale zeigt.
Wieder punkten kann
„Hakaider“
dann aber beim sich geradezu einprägenden Soundtrack,
der größtenteils auf Industrial setzt aber
in den richtigen Momenten auch versteht orchestrale
Klänge für seine Zwecke zu gebrauchen, sowie
bei den Actionszenen. Eine der Spektakulärsten
ist dabei, ohne jede Frage, die Motorradverfolgungsjagd
zwischen Hakaider und den Michaels Soldaten. Bei der
temporeichen Inzenierung, inklusive diverser Kollateralschäden,
hat man als Zuschauer schnell die meisten der kleinen
Schönheitsfehler des Films vergessen.
Ohne jede Frage ist Amemiyas hier einer der besten Beiträge
zum Tokusatsu Kino der 90´er gelungen. Generell
muss man aber auch noch sagen, das hier die Kinoversion
dem Director`s Cut vorzuziehen ist, das diese um einiges
straffer erzählt wird während der Director`s
Cut auch mit einigen kleinen Längen zu kämpfen
hat und in einigen Szenen das geringe Budget durchblicken
lässt, was etwas das futuristische Gesamtbild des
Films kratzt.
Johnny Danger, 28.01.2009