Was für eine Granate! Wer sich im Vornherein
nicht schon durch den Konsum übelster Trashgurken
alla Robo
Vampire oder „Devils Sword“
gestählt hat, läuft bei „Hard
Rock Zombies“ wirklich Gefahr das sein
Gehirn sich zersetzt und man den Rest des Lebens irgendwo
mit Zwangsjacke in der Ecke hocken muss. Der ganze
Film ist wirklich eine einzige Ansammlung von Skurillitäten.
Egal ob übelste Fönfrisuren, miese Effekte
oder noch mieser Darsteller, außer Ninja bekommt
man hier beinahe alles geboten.
„Amis raus aus USA, Winnetou
ist wieder da!“
Entstanden zu den Glanzzeiten des Glamour-Rock, dreht
sich der Film um Jesse und seine Band, welche quer durch
die USA touren, in verdreckten Kneipen auftreten und
auf den großen Durchbruch hoffen. Dieser soll
nun ausgerechnet mit einem Auftritt in Grand Guignol
kommen, einem kleinen Kaff mitten im Nirgendwo, bei
dem sich ein Musikproduzent angekündigt hat.
Doch Alles kommt anders, als Sie sich ausgerechnet bei
Adolf Hitler und seiner Familie (!) übernachten
müssen. Diese besteht u.a. aus Eva Braun, die sich
in einen Werwolf verwandeln kann und mit einen Klappmesser
herumspielt sowie 2 Kleinwüchsige von denen einer
ein deformiertes Gummimonster ist. Da die Band und ihre
verteufelte Rockmusik Hitlers Weltherrschaftsplänen
im Weg stehen (Wieso wird nicht erklärt), serviert
man Sie kurzerhand ab. Doch die Band steht, dank eines
mysteriösen Songs den Jesse kurz zuvor aufgenommen
hatte, aus ihren Gräbern wieder auf und knöpft
sich in einem Musikclip artigen Rachefeldzug ihre Mörder
vor, ehe man sich zur Konzerthalle aufmacht um die letzte
große Show zu spielen.
Doch auch Großfamilie Hitler kehrt zombifiziert
zurück und fällt über die Einwohner von
Grand Guignol her.
Ernst nehmen sollte man dabei den Film wie auch die
Figur des Hitler kein bisschen. Die ist hier vielmehr
eine gnadenlos überzeichnete Slaptick-Karikatur
und regt mit, von schlechten Deutschkentnissen geprägten
Reden wie
„Intellectuals tot! Amerikanisch
Schweine tot! Tot, tot alles tot!“ höchstens
zum Lachen an. Im Deutschen schaffte man es mit Dialogen
wie
„No hope, no dope, no future!“
zudem noch die Originalfassung an Schwachsinn zu toppen.
Doch der Film hat noch mehr zu bieten als amüsant
dämliche Dialoge, denn neben billigen und herrlich
miesen Splattereffekten von John Carl Buechler nahm
mit Krishna Shah nämlich ausgerechnet ein Bollywood
Regisseur auf dem Regiestuhl platz. Dieser plante
„Hard
Rock Zombies“ ursprünglich als kleines
Intermezzo für seine Teenie-Comedy
American Drive-In, entschied sich
dann aber doch für einen eigenständigen Film.
Vielleicht auch weil es dort etwas schwer war genügend
sinnfreie Tanzszenen unterzubringen, wie man es aus
Bollywood kennt. In
„Hard Rock Zombies“
findet man diese an jeder Ecke, nicht selten völlig
sinnfrei als Lückenfüller eingestreut und
mit erstklassigem 80`s Hardrock unterlegt. Dabei ist
es aber gerade diese recht bizarre Mischung aus Horror,
Satire, geringem Budget, erlesen schlechten Darstellern
und Musikfilm die den Reiz von
„Hard Rock
Zombies“ ausmacht. Als im Finale dann auch
noch Jesse und seine Band mit Rockmusik gegen Heerscharen
von Zombies kämpfen, hat man als Zuschauer das
Gefühl das in dieser Welt einfach Alles möglich
ist. Da versteht sich die Höchstvertung von selbst.
Als kleine, bizarre Randnotiz sollte noch erwähnten
werden, das Jemand aus der Darstellerriege es tatsächlich
zu so etwas wie einer Karriere im Schauspielgeschäft
gebracht hat. Die Rede ist von Phil Fondacaro, der
hier als einer von Hitlers Terrorzwergen versucht
eine Kuh zu fressen (!) und sich durch zahlreiche
Nebenrollen, überwiegend in Genrefilmen („Bordello
of Blood“) und TV-Serien („Sabrina-total
verhext“), einen Namen gemacht hat.
Johnny Danger, 16.05.2007 (Update 09.02.2009)