Ein wunderschöner Sommertag: Draußen brütende Hitze (Bestimmt 30 Grad), strahlender Sonnenschein und ich muss mir unbedingt mit diesen Streifen die Kante geben… Also, ich starte einfach mal mit dem Versuch, in Worte zu fassen, was Uns Godfrey Ho hier mal wieder auftischt:
Eine junge Frau wird von den Mitgliedern einer Sekte gejagt und findet schließlich Hilfe bei einem Kickboxer sowie dessen Bruder. Sie erzählt, dass Sie eine Nonne sei, welche innerhalb einer Sekte, angeführt von dem Schurke Luzifer, ermittelte und aufflog. Mit ihrer Kollegin landete Sie prompt auf der Todesliste der Unholde und musste flüchten.
Ihre Kollegin hat sich inzwischen eine neue Identität aufgebaut und geheiratet. Als Sie mit ihrem Mann ein neues Haus bezieht, werden Sie von einem Geist heimgesucht. Während die eine Seite sich nun mit dem Geist rumärgert, bekämpfen die Beiden Kickboxer mit der Nonne die Sekte.
Der Titel Kickboxer from Hell verspricht ja schon mal ziemlich viel. Also nehmen wir Uns den Streifen hier mal etwas genauer vor und stellen ihn auch die Zerreißprobe! Wie der Titel es schon leicht vermuten läßt, entstammt dieser Streifen den Gehirnen der Z-Movie Gurus Godfrey Ho (Regie) und Joseph Lai (Produktion). Der von Ho unter dem Pseudonym Alton Cheung inszenierte Film wurde als Versuch abgedreht, den damals sehr erfolgreichen Kickboxer Genre ein paar Münzen aus den Rippen zu leiern. Die Ninjafilme sind ja Ende der 80´er abgeklungen und nach verschiedenen Abkupferungen von Werken wie Robocop (Robo Vampire) und Indiana Jones (Hell Hunters) versuchte man es also nun auf dieser Schiene! Bei der Musik klaut man dieses Mal noch dreister als jemals zuvor (!!!). So ertönen ständig Klänge von Werken wie Nightmare on Elm Street, Halloween und Re-Animator.
Der Anfang macht eine durch einen Wald laufende Frau, die von lustig aussehenden Typen in Kartoffelsäcken und mit Indianerbemalung verfolgt wird. Doch, was ist Das…? Schon nach 2 Minuten wird die Szenerie mittendrin abgebrochen und der Zuschauer findet sich auf einer chinesischen Hochzeit wieder. Nach einer Minute Rumgehampel wird dann endlich wieder zur höchst aufregenden Verfolgungsjagd geschaltet. Solche unsinnigen Schnitte wird es in den folgenden Minuten übrigens noch des Öfteren geben, nun aber etwas genauer zum Teil mit den Kartoffelsäcken. Die Verfolgte läuft auf einer Lichtung im Wald in die Hände eines Kickboxer (Ich glaube Sean) der hier mit seinem Bruder für ein Turnier trainiert. Kurzerhand verprügelt der Fighter dann den Anführer der Verfolger welche sich daraufhin schleunigst das Weite suchen.
In den darauf folgenden Minuten erschließt sich dem Zuschauer, dass es sich bei den Verfolgern um die Anhänger einer Satanssekte handelt welche unter der Kontrolle eines lustig geschminkten Typen mit Namen Luzifer steht. Außerdem wird einem auch erklärt, das die Verfolgte eine Nonne ist und im Rahmen geheimer Ermittlungen innerhalb der Sekte aufflog (Ja tatsächlich!!!) und sich nun auf der Todesliste der Bösewichte befindet. Getoppt wird diese Erklärung da nur noch von der Einleitung zur (mal wieder) ziemlich dürftig herein geschnittenen Zweitstory. Bei der Braut von der bereits erwähnten Hochzeit handelt es sich nämlich um die Partnerin der Nonne welche sich eine Zweitidentität erschaffen hat und da diese Strenggeheim ist, darf keinerlei Kontakt von Seiten der Nonne und sonst wem aus ihrem alten Leben mit der Braut hergestellt werden… Auch nicht mit den Kickboxern… Ha,ha,ha was habe ich gelacht, ein echter Schenkelklopfer!!!
Die Zweitstory entpuppt sich des Weiteren als einer Art Geistergeschichte in welcher ein Mann (Der Bräutigam) von seiner jüngst verstorbenen Frau heimgesucht wird. Ich will an dieser Stelle jetzt auch nicht zu viele Worte an diese wirklich sehr langweilige Story verschwenden, es sei nur noch erwähnt, das der Mann sich am Ende als Heiratsschwindler entpuppt, welcher auch seine neue Frau umbringt und zum Schluß von seiner Alten mit Faschingsvampirgebiss in den Hals gebissen wird (Ja, Sie hat sich vom Geist in einen Vampir verwandelt…).
Die Kickboxerstory ist da schon bei weitem unterhaltsamer, z.b. sorgen selbst die einfältigen Dialogszenen durch die unsagbar schlechte Performance der Darsteller (Schauspieler kann man Sie wirklich nicht mehr nennen) für etliche Lacher.
Die Kampfszenen sind leider etwas schlapp inszeniert, vermögen aber dank der trashigen Art von Godfrey Ho zumindest Trashfans überzeugen. Enden tut das Ganze dann im geheimen Versteck der Sekte wo sich unser Kickboxer dem Fight mit der rechten Hand Luzifers liefern muss. Dabei bekommt man übrigens auch zusehen, das selbst ein Schlag mit einem Vorschlaghammer, welcher selbst Hulk Hogan nieder gestreckt hätte, dem Bösewicht (fast) nichts ausmacht. Zum Schluss werden dann sämtliche magische Totenköpfe Luzifers zerschlagen ohne das dieser auch nur einmal gegen den Helden selbst Hand erhoben hat, seine Macht ist Futsch und er gibt ihn einer der lachhaftesten Todesszenen der Filmgeschichte den Löffel ab (muss man wirklich mal gesehen haben… Selbst für Godfrey Ho etwas arm!). Alle sind Glücklich und Ende!
Fazit:
Leider können die Kickboxer noch lange nicht mit den Ninjas mithalten. Während Letztere durch die Lüfte fliegen, bunten Rauch versprühen und noch allerhand mehr können, beschränken sich die Fähigkeiten unserer Kickboxer leider nur auf Schlagen und Treten… Trotzdem musste ich selbst Abends beim Grillen immer noch über dieses Machwerk lachen… allein schon die Kartoffelsack-Kämpfer… Oh Man, 6 Punkte!
Johnny Danger, 16.07.2007