Filme aus Japan schaffen
es immer wieder mich zum Staunen zu bringen. So auch
dieser, recht unbekannte, Film aus dem Hause Toei, der
auf äußerst einfallsreiche Art und Weise
Elemente aus dem Fantasy, Samurai und Monsterfilm verknüpft.
Der Film dreht sich um die Königsfamilie Ogata,
welche von dem Bösen Yukidaijo und dessen rechter
Hand, dem Ninja-Magier Orochimaru, ermordet werden.
Obwohl Letzterer in Form eines riesigen Drachen, über
die wenigen Überlebenden auf deren Flucht herfällt,
schafft es der junge Sohn der Ogatas, Ikazuchimaru,
zu entkommen. Hilfe hierbei leistet ein Riesenvogel,
geschickt von einem alten Ninja-Magier, welcher in den
Bergen wohnt und den Jungen zu sich holt. In der Abgeschiedenheit
lehrt der alte Mann den jungen Ogata in den folge Jahren
in der hohen Kunst der Ninja-Magie.
Zehn Jahre später ist Ikazuchimaru dann zum staatlichen
Mann herangereift und hat auch seine Ausbildung erfolgreich
absolviert. Während er sich im Wald mit ein paar
Ninjas kloppt und ganz nebenbei noch die hübsche
Tsunate kennenlernt, wird sein Meister von Orochimaru
getötet. Er schwört Rache und macht sich auf
den Weg zu Yukidaijos Schloß, welches zugleich
auch der ehemalige Wohnsitz seiner Familie war.
Nebenbei gibt es dann auch noch eine Liebesgeschichte
zwischen Ikazuchimaru und Tsunate, welche ihres Zeichens
die Tochter Orochimarus ist und sich zwischen der Treue
zu ihrem Vater und der Liebe zum Helden hin und her
gerissenfühlt.
Im Finale stehen sich dann Ikazuchimaru und Orochimaru
in einem Duell der Ninja-Magier gegenüber.
Während Ikazuchimaru in Form gehörnte Riesenkröte
Feuer speit, taucht Orochimaru wieder als der vom Anfang
bekannte Riesendrache auf. Richt rund geht es dann als
sich auch noch eine fliegende Riesenspinne einmischt,
die von Tsunate beschworen wurde.
Regisseur Tetsuya Yamauchi hat mit
„Magic
Serpent“ wirklich einen sehr straff erzählten
Film abgeliefert, der sich nie zu ernst nimmt und nur
unterhalten will. Anders als bei vielen Filmen von Godzilla
und Co. wartet man hier nicht die ganze Zeit auf das
Auftauchen der Monster sondern wird auch vorher exzellent
unterhalten. Dafür sorgen unter anderem diverse
Auseinandersetzungen mit Ninjas, wobei sich die Kontrahenten
teilweise recht skuriller Tricks bedienen, und eine
äußerst bizarre Szene, in welcher Ikazuchimaru
gegen fliegende Türen (!) kämpft, welche deutlich
sichtbar an Fäden hängen. Abgerundet wird
das Ganze dann noch mit farbenprächtigen Bildern
und schön gestalteten Kulissen.
Leider besteht momentan die einzige Alternative zur
japanischen DVD aus der mehr als miserablen US Veröffentlichung
von Retromedia. Nicht nur, dass das hier Bild hier von
äußerst schlechter Qualität ist und
zudem an den Seiten noch um die Hälfte beschnitten
wurde um ein Vollbild Format zu erreichen, weist die
enthaltene Fassung selber auch noch Kürzungen auf.
Bleibt nur zu hoffen, das sich mal ein Label
„Magic
Serpent“ annimmt und ihm eine vernünftige
Veröffentlichung beschert denn diese kleine Filmperle
lohnt wirklich entdeckt zu werden.
Johnny Danger, 14.01.2010