Schon in der Vergangenheit hat Japan ja einige äußerst bizarre Filme hervor gebracht aber was das Regiegespann Yudai Yamaguchi/ Jun´ichi Yamamoto den Zuschauer in Form von „Meatball Machine“ auftischt, schlägt wirklich ALLES bisher da gewesene.
Ein kleiner Versuch das zusammen zu fassen, was man hier Story nennt:
Parasiten lassen Menschen zu bizarren Kreaturen mutieren, Neoborgs getauft, welche sich dann in einer Art Gladiatorenkampf in den Gassen Tokios gegenseitig die Köpfe einschlagen.
Hauptprotagonist des Filmes ist nun ein untersetzter Junge Namens Joji, welcher Arbeiter in einem kleinen Betrieb irgendwo in den Industriegefilden Tokios ist.
Als er nach einem Pornokinobesuch von einem Transvestiten verprügelt wird, findet er einen der besagten Parasiten. Wie in solch einer Situation üblich, nimmt er das Ding natürlich mit nach Hause und versucht raus zu finden, was es ist. Die Antwort bekommt er allerdings erst, als es seine heimliche Liebe anfällt, welche er kurz zuvor in einem Park vor einen seiner Arbeitskollegen gerettet hat. Nachdem das mutierte Mädchen seinen einzigen Freund um die Ecke gebracht hat, zieht es los und macht die Straßen unsicher.
Joji selbst wird kurze Zeit später von einem verrückten Mann und dessen Tochter, einst selbst von einem Parasiten angefallen, aufgelesen. Kurzerhand wirft man ihn einen in der Retorte gezüchteten Parasiten vor, der auch ihn zu einem Monster mutieren lässt. Jedoch schafft Joji es, sich der geistigen Kontrolle durch das Ding zu entziehen und tötet den Mann.
Allein irrt er nun durch die Straßen Tokios, ehe er auf Das trifft, was einst seine große Liebe war.
Das Treffen gipfelt in einem Kampf der Mutanten mit einigen solch bizarren Szenen, das man schon 3 mal hingucken muss um zu glauben was man da sieht.
Bereits 1999 drehte Yudai Yamaguchi eine erste Version von Meatball Machine, welche auch in der deutschen Special Edition DVD des Labels AFN als Extra enthalten ist. |
Nicht zuletzt durch das äußerst abstrakte Covermotiv der DVD habe ich in der Vergangenheit stets einen recht großen Bogen um den Film gemacht. Ein Tisch mit stark reduzierter Ware schwemmte „Meatball Machine“ dann aber schließlich doch in meine Hände.
Anhand des Covertexten und Szenenbilder hatte ich mir eine Art Mischung aus „Mutronics“ und „Story of Ricky“ versprochen aber was mich dann mit dem Einlegen der DVD in meinem Player in Empfang nahm, ließ mich aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen.
Besonders in der ersten Hälfte hing mir in Anbetracht des Gezeigten einfach nur die Kinnlade runter, unfähig auch nur irgendein Wort über die Lippen zu bringen, zu unglaublich war das Ganze einfach.
Der Film reist einen einfach mit und schafft es über ganze Längen ohne Musikhinterlegung auszukommen und dabei oder gerade dadurch die Intensivität der aufgebauten Atmosphäre in ungeahnte Höhen zu steigern.
Highlights des Filmes sind ohne jede Frage die Kämpfe der Mutanten bzw. Neoborgs, welche von kleinen Lebewesen gesteuert werden welche sich in einer in der Rüstung eingelassenen Kugel befinden. Bei den Auseinandersetzungen spritzt zudem auch noch Literweise roter Lebenssaft und man fährt so manch kruden Splattereffekt auf.
Das Einzigste, was ich „Meatball Machine“ negativ anrechnen kann, sind einige kleine Längen im Mittelteil und das unötige Zusatzende, in welchen noch der ganze Hintergrund der Parasiten zu erklären versucht wird. Die Zeit hätte man mit 1 – 2 zusätzlichen Mutanten Fights sicherlich besser nutzen können.
Fazit:
Das Gespann Yamaguchi/ Yamamoto setzt den Zuschauer mit „Meatball Machine“ einen äußerst bizarren wie surrealen Film vor, unkonventionell und ohne jegliche Rücksichtnahme auf das Mainstreampublikum inszeniert.
Das gefällt und lässt auch über einige Längen im Mittelteil hinweg sehen.
Johnny Danger, 07.09.2008