In einem verlassenen
Gebäude schleichen 3 Personen durch die Flure.
Mann 1: „Hier ist
niemand. Das Gebäude ist seit 5 Jahren zu.
Die habe hier crazy Experimente gemacht, hat mich
schon immer interessiert.“ Frau:
„Mir reicht das jetzt. Lass uns auf
der Stelle abhauen.“ Mann
2: „Dann geh doch zurück,
wenn Du unbedingt willst.“ Mann
1: „Aber Du musst allein gehen,
durch die dunklen Gänge, huhu.“
Frau: „Lass das, bitte
nicht.“ Mann 2:
„So spannend ist das nun hier auch wieder
nicht. Gehen wir alle.“ Mann
1: „Ich habe einen riesigen
Hunger. Suchen wir uns eine Sushi-Bude.“ |
Ehe man sich versieht ist nun auch schon die erste Person
verschwunden. Während die beiden Verbleibenden
sich noch verwundert umgucken, werden Sie aus dem Dunklen
angegriffen und Opfer des Titelgebenden Rattenmonsters
Schnell fühlt man sich als Zuschauer zurück
in die 80´er versetzt, wo die Regale der Videotheken
mit amüsant wie billigen Horrorschinken geradezu
überflutet wurden.
Im Mittelpunkt von „Nezulla – The
Rat Monster“ steht eine Spezialeinheit,
welche im Auftrag der US Regierung in ein geheimes
Forschungslabor der US Army eindringt um das Rattenmonster
zu eliminieren, welches (mal wieder) einem fehlgeschlagenen
Experiment der Amerikaner entsprang. Ganz nebenbei
hat man bei den Forschungen auch gleich noch eine
Seuche auf die Menschheit losgelassen, für dessen
Bekämpfung das Blut des Monsters einen Impfstoff
liefern soll. Ganz Klischeehaft ist die Spezialeinheit
dabei mit den Standartfiguren wie dem Anführer,
der Wissenschaftlerin und dem Verräter (Hier
in weiblicher Form) besetzt. Hinzu stößt
dann wenig später auch noch die Figur des weisen
Kriegers, hier als Elitekämpfer der japanischen
Selbstverteidigungsstreitkräfte.
Es dauert dann auch nicht lange bis der Verräter,
natürlich mal wieder im Geheimauftrag der US
Regierung, die gesamte Gruppe in eine problematische
Lage treibt. So verriegeln sich alle Türen automatisch,
in der Waffenkiste befinden sich nur Holzklötze
und irgendwo im Gebäude tickt eine Bombe die
nicht nur das Leben aller, sondern auch die Chance
auf das dringend benötigte Mittel gegen die Seuche
bedroht.
Ganz nebenbei gibt es dann auch noch eine etwas deplatzierte
Nebenhandlung um einen Arzt, der mit einer Handvoll
Krankenschwestern gegen die Seuche kämpft.
Das man es hier nicht unbedingt mit einem ernstzunehmenden
Horrorschocker zutun hat, sollte hier wohl jedem von
Anfang an klar sein. Aber auch wer im Angesicht eines
Monsters, das urjapanisch von einem Mann im Gummianzug
verkörpert wird, auf einen amüsanten Unterhaltungsfilm
hofft, wird bitter enttäuscht werden. Zugegeben,
das Monster ist recht lustig anzusehen und würde
auch perfekt in eine japanische Tokusatsu-Serie wie
„Kamen Rider“ passen, jedoch
tritt es nur recht selten in Erscheinung und ist selbst
dabei erst im Finale richtig zu sehen. Statt sich
also von traditionell japanischen Monster FX unterhalten
zulassen, muss der Zuschauer mit etlichen Längen
kämpfen die durch die Bank von müden Dialogen
dominiert werden. Zurecht gestutzt auf eine Länge
von 20 Minuten würde „Nezulla –
The Rat Monster“ sicherlich zu unterhalten
vermögen aber als abendfüllenden Spielfilm
ist Kanta Tagawa bislang einzige Regiearbeit einfach
zu schwach. Mit einem guten Buch ist die Zeit hier
sicherlich besser genutzt.
Johnny Danger, 28.05.2010