„School of Darkness – Eine bizarre Mischung aus "Freitag der 13." und "Nightmare on Elm Street"“ heißt es auf dem Cover der VHS von OVA 18. Nun ja, bizarr mögen den Film sicherlich einige Leute finden aber mit den beiden Filmen hat
„School of Darkness“ fast nichts etwas gemein.
Liest man weiter unten, heißt es
„Ein erotisches Meisterwerk, wie es nur japanische Zeichner mit Szenen darzustellen wissen, die kein gewöhnlicher Hardcore-Film bieten kann“. Bei der behauptung muss ich dann allerdings OVA 18 recht geben, denn
„School of Darkness“ sticht wirklich aus der Masse hervor und das nicht nur weil es sich hier um einen Hentaianime handelt.
Es ist eine stürmische Nacht, eine junge Frau arbeitet in einem Labor an einer Schule, als plötzlich ein kräftig gebauter Mann auftaucht, Sie überwältigt und vergewaltigt.
Bei der Frau handelt es sich um die Biologie Lehrerin Yuko Suto und bei den Mann um ihren Exliebhaber Taki, welcher Sport an derselben Schule unterrichtet. Seit ihrer Trennung belästigt er seine Ex, welche sich für das Ganze dermaßen schämt, dass Sie es bisher strickt vermieden hat Hilfe aufzusuchen. Nur ihre beste Freundin Ayano weis von Takis Übergriffen. Bei ihr sucht Yuko nun auch Zuflucht. Nach einem kleinen Techtelmechtel unter der Dusche zwischen den beiden Frauen, zeigt Ayano, die Archäologin von Beruf ist, ihrer Freundin einen alten, mumifizierten Penis, den sich im Auftrag eines Professor mit einem dazugehörigen Dolch sowie einer alten Schriftrolle untersuchen soll. Da ihr aber die Ausrüstung zur Untersuchung des Penis fehlt, bietet Yuko ihr an, das für Sie zu übernehmen, was Ayano dankend annimmt.
Gleich am nächsten Tag will sich Yuko das gute Stück im Labor vornehmen, doch wird dabei mal wieder von Taki belästigt. Da der Eigene wohl nichts zu taugen scheint, nimmt dieser kurzerhand die Mumie als Penetrationshilfe. Anschließend lässt er die junge Frau verstört und allein im Labor zurück. Doch die Vergewaltigung ist Yukos kleinstes Problem, denn gestärkt durch ihre „Körpersäfte“ erwacht der mumifizierte Penis plötzlich zu neuen Leben um macht sich über Sie her. Völlig wehrlos muss Sie mit ansehen wie das Ding in Sie hinein kriecht.
Wenig später, es ist inzwischen Dunkel geworden, sehen wir den alten Lustmolch Taki auf dem Schulparkplatz im Auto sitzen, als plötzlich Yuko, nur bekleidet mit einem durchsichtigen Regenmantel, vor ihn auftaucht und auf ihn zuschreitet. Als Sie ihn dann auch noch ihren Körper anbietet, glaubt er völlig den Verstand zu verlieren. Ganz Macho, lässt er sich natürlich auf ein Techtelmechtel mit ihr in seinem Auto ein. Doch der Höhepunkt des Aktes ist ein ganz Anderer als sich Taki gedacht hat, denn plötzlich beginnt sein ganzer Körper zusammen zu schrumpeln während er Yuko, auf ihn sitzend, in ihr grinsendes Gesicht guckt. Übrig von ihm bleibt am Ende nur ein völlig leblose Mumie.
Wie man nun erfährt, war der Penis ein Stück des mächtigen Dämons Inju, was ins deutsche übersetzt soviel wie Lustdämon heißt. Dieses Vieh nistet sich im Körper junger Frauen ein und ernährt sich von männlichen Körpersäften.
Besessen von Inju, ändert sich Yukos Charakter nun völlig: Sie schminkt sich, färbt ihre Harre, trägt Strapse und verdreht allen Männern als aufreizender Vamp den Kopf.
Nachdem Sie sich an den Säften diverser Männer gestärkt hat, beschließt Yuko sich fortzupflanzen. Für ihren Samen braucht Sie den Körper einer Jungfrau, wobei ihr Ayanos Schwester Reika Ryuinji, ihres Zeichens ein Schülerin an Yukos Schule, gerade recht kommt…
Auch wenn
„School of Darkness“ nur eine Laufzeit von gerade mal 45 Minuten fasst, ist es doch mehr als erstaunlich was Regisseur Matsuda Hiroshi alles aus dem doch recht simpel gestrickten Drehbuch von Nakano Yuki raus geholt hat.
Schon ohnehin ist es im Genre etwas ziemlich außergewöhnliches das gerade eine Frau hier ihr Unwesen als Sexmonster treibt, ist es doch schon beinahe eine feste Regel das es stets männliche Figuren sind die sich über hilflose Frauen hermachen. Eine mehr als gute Abwechslung wie ich finde.
Die Charaktere, von Arata Moyu entworfen, fügen sich zudem geradezu perfekt ins Geschehen ein, auch wenn, oder gerade weil Sie von recht simpler Struktur. Posetiv ist dabei auch anzurechnen das nur wenig Zeit mit deren Einführung verschwendet wird und Hiroshi gleich von Anfang ein hohes Erzähltempo vorlegt wobei dem Zuschauer kaum Zeit zum Verschnaufen bleibt. Unterstützt wird dabei das Geschehen durch den wirklich exzellenten Soundtrack von Shiraishi Kimihiko. Dieser sorgt nicht nur für etliche, äußerst atmosphärische Momente, sondern gefiel den Leuten von Pink Pineapple scheinbar auch so gut, das Sie ihn gleich nochmal bei einigen anderen Produktionen, wie etwa
„Mission of Darkness“, einsetzten..
Bei den Animationen teilen sich dann aber die Meinungen, auf der einen Seite versprühen Sie Sie durch ihre simple Struktur und die kunterbunte Kolorierung einen herrlichen Retrocharme, auf der anderen Seite mögen Sie in den Augen vieler als, schlicht und einfach, veraltet wirken und es sei dazu auch soviel gesagt, das zwischen den Animationen von
„School of Darkness“ und Aktuelleren wie
„Bible Black“ fast schon Welten liegen. Und nicht zuletzt dadurch können ebenso wenig die Sexszenen, trotz allerhand äußergewöhnlicher Ideen, mit denen heutiger Produktionen mithalten.
Aber nicht nur dabei unterscheidet sich
„School of Darkness“ mehr als deutlich von heutigen Genrefilmen. Auch der gesamte Storyaufbau ist völlig anders, worin wiederum eine der größten Stärken der OVA liegen. Während bei heutigen Produktionen Härte oftmals das Einzige ist was zu zählen scheint, erzählt Regisseur Matsuda Hiroshi
in der recht kurzen Laufzeit, eine zwar simple, aber recht komplexe Story, die mit der Vertauschung der sonst eher festgelegten Geschlechterrollen (Mann = böse, herrsch.- und sexsüchtig/ Frau = unschuldig und unterwürfig) einen ganz außergewöhnlichen Reiz aufweist.
Mittlerweile habe ich „School of Darkness“ schon so oft gesehen, das ich das zählen aufgegeben habe und nie ist er dabei irgendwie langweilig geworden oder hat etwas von seinem Charme verloren. Und eben deshalb steht er auch schon seit Jahren ganz weit oben auf der Liste meiner Lieblingsfilme und hat hier nicht weniger als die Höchstwertung verdient.
Johnny Danger 04.10.2003 (Updates 01.04.2006, 19.04.2009)