Japan ist ja bekannt für allerlei cineastische Extreme sowie unkonventionelle Inszenierungsweisen. Immer wenn man dachte, so langsam wäre einem alle Facetten bekannt, wird man stets mit Neuem überrascht.
Und ebenso ist es mir mit Takao Nakanos „Sexual Parasite“ ergangen. Auch wenn der Film in seiner groben Struktur sicherlich an David Cronenbergs „Parasitenmörder“ erinnern mag, so ähnelt er doch eher einem Hentaianime.
Gleich zu Anfang präsentiert Nakano ein derart schräges Szenario, das es einen fast aus den Socken haut. 2 grotten schlechte Amateur-Schauspieler geben ein Forscher Ehepaar, welches irgendwo im Amazonas unterwegs ist. Hier entdeckt man einen seltsamen Wurm, welcher fortan in einer Kühlbox gefangen gehalten wird. Die wahre Entdeckung für den Zuschauer ist hier aber ein Typ Namens Masanori Miyamoto, der, ausgestattet mit billigem Plastikgebiss, als eine Art Schamane die Leute versucht vor dem Vieh zu warnen. Wer in Angesicht seiner Schauspielkunst nicht vor Lachen am Boden kriecht hat wirklich verloren... Nur wenige Zeit später schießt der besagte Wurm dann durch den Deckel der Kühlbox, direkt in die Frau.
Alle sind erschrocken und Nakano setzt auf einen plötzlichen Szenenwechsel zu einer Gruppe Teenager, welche irgendwo in den Wäldern Japans unterwegs sind. Unerwartet geht deren Wagen kaputt, worauf Sie sich zu Fuß auf die Suche nach Hilfe machen. Diese findet man zwar nicht, dafür aber ein verlassenen Forschungskomplex. Da man sowieso nichts besseres zu tun hat, lassen Sie im Gebäude erstmal eine Party steigen. Irgendwie ist hier aber auch der Forscher von Filmbeginn ansässig, welcher seine Frau samt Wurm tiefgefroren in einem Raum aufbewahrt.
Während man als Zuschauer erst später etwas von der Existenz des Forschers im Komplex erfährt, macht sich dessen Frau umgehend auf um dem Wurm einen neuen Wirtskörper zu geben. Diesen findet Sie in Miki, alias Natsumi Mitsu, welche nichts besseres zu tun hat als sich Hände klatschend mit Seife einzuschäumen und in der gerade gefundenen Badewanne zu entspannen.
Frisch infiziert macht sich Miki nun auf die Suche nach Nahrung für den Wurm. Bei der Tatsache dass das Vieh sich von männlichen Geschlechtsteilen ernährt ist ihr gutes Aussehen eine recht große Hilfe sowie Spaß für den geneigten Zuschauer.
In den Folgeminuten zieht Regisseur Nakano das Tempo drastisch an und versucht den Zuschauer mit Schleim, Sex und Splatter für sich zu gewinnen. Ständig im Wege dabei ist ihm allerdings das drastisch niedrige Budget wie auch das Unvermögen der gewählten Darsteller. So wirkt der Klischee-Macho etwa eher wie ein Computer-Geek, welcher noch nie das Sonnenlicht gesehen hat und von den weiblichen Darstellern erweist sich gerade mal die bereits erwähnte Natsumi Mitsu als echter Blickfang. Da hilft auch die Tatsache nichts, dass alle Mädels den größten Teil ihrer Screentime in Unterwäsche rumlaufen und bei jeder erdenklichen Gelegenheit ihre Brüste in die Kamera drücken. Allerdings ist aber auch keine von ihnen wirklich hässlich und dank der recht kurzen Laufzeit von rund 60 Minuten und dem hohen an den Tag gelegten Erzähltempo Nakanos verspricht der Sexplotations-Movie aber kurzweilige Unterhaltung.
Johnny Danger, 08.02.2009