Im Westen kennt ihn kaum Jemand aber in Japan wohl
so ziemlich jedes Kind. Die Rede ist vom Kamen Rider
Franchise, der bereits Anfang der 70´er Nippon
im Sturm eroberte. Nach einer Vorlage von der, inzwischen
leider verstorbenen, Mangaka-Legende Shotaro Ishinomori,
wurden bis 2009 über 20 TV-Serien produziert,
Filme und Specials nicht mitgerechnet.
Nachdem „Kamen Rider Black RX“
1989 durch seine schlechten Einschaltquoten das Ende
der Showa-Serien eingeleitet hatte, versuchte man
1992 mit „Shin Kamen Rider Prolog“
einen Neustart des Franchises. Waren die bisherigen
Serien eher für ein junges Publikum gedacht,
wollte man mit Shin Kamen Rider die inzwischen erwachsen
gewordenen Fans von einst ansprechen. Dabei driftete
man in ungewöhnlich düstere Gefilde ab und
setzte zusätzlich auf teilweise recht drastische
Effekte. Im Endeffekt floppte das ganze Projekt aber
und der Shin Kamen Rider wurde schnell wieder begraben.
Erst im neuen Jahrtausend gelang, nach 2 weiteren
gescheiterten Projekten, mit „Kamen Rider
Kuuga“ ein Neustart des Franchises.
Im Mittelpunkt von
„Shin Kamen Rider Prolog“
steht Shin Kazamatsuri, ein junger Motorrad Rennfahrer,
dessen Vater Wissenschaftler ist und an einer Möglichkeit
forscht, Krankheiten wie AIDS und Krebs für immer
zu besiegen. Zusammen mit seinem Partner Onizuka ist
ihm dabei eine Entdeckung gelungen, die den menschlichen
Körper drastisch verstärkt. Eher unfreiwillig
wird dabei Shin als Versuchsobjekt genötigt.
Wie irgendwie nicht anders zu erwarten, spinnt Onizuka
jedoch seine eigenen Pläne und will, in Kombination
mit der DNS von Grashüpfern, die Forschungsergebnisse
benutzen um eine Rasse von Supermenschen, hier Cyborg
Soldiers genannt, zu erschaffen. Erstes Ergebnis hierbei
ist Onizukas rechte Hand Goushiima, der sich in eine
monströse Kreatur verwandeln kann und unverwundbar
zu sein scheint. Dies ändert sich natürlich
als Shin zum Shin Kamen Rider mutiert, eine Kreatur
die wirklich kaum noch etwas mit dem eher bunten Design
seiner Kamen Rider Vorgänger gemeinsam hat und
sich Onizuka und seinen Leuten zum Showdown stellt.
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| Rechts
- Der düstere Shin Kamen Rider
Links - Die farbenfrohen Kamen
Rider 1 und 2 aus der Originalserie von 1971 |
Eigentlich kann „Shin Kamen Rider Prolog“
einige recht gute Einfälle aufweisen, doch um
dem Franchise wirklich neue Impulse zu geben hatte
diese Direct-to-Video Produktion 1992 einfach deutlich
zu viele Längen. Wirklich in Fahrt kommt der
Film erst im letzten Drittel, vorher muss man sich
gelangweilt agierenden Darstellern und einer vor sich
hinplätschernden Handlung abgeben. Da reist leider
auch ein Subplot um die CIA, welche hier irgendwie
nur aus Japaner zu bestehen scheint und sich als 3
Partei mit einmischt, genauso wenig raus, wie der
herrlich schäbige Look, der an die Yakuza Filme
aus den 70 ´ern erinnert.
Am Ende bleibt man dann als Zuschauer recht gelangweilt
zurück und überlegt, ob man die Zeit nicht
besser hätte nutzen können.
Nebenbei angemerkt bleibt, wie fast alle Kamen Rider
Serien und Filme, auch „Shin Kamen Rider
Prolog“ bis heute, außerhalb Asiens,
unveröffentlicht.
Johnny Danger, 28.12.2009