-Titel: Siren
-Originaltitel: Shin yôjo densetsu: Seirên
-Alternativtitel: Erotic Ghost Siren
-Kategorie: Horror
-Herstellerland und Jahr: Japan 2004
-Regie: Satoshi Torao
-Drehbuch: Kenichi Takashima
-Kamera:  
-Musik: Kentarô Nojima
-Special FX:  
-Produzent(en): Takeshi Kâto
-Darsteller: Sora Aoi, Junichi Kawato u.a.
-Interne Links:  
-Externe Links: OFDb, IMDb
   
   
   

 

 

Cover der US DVD von Switchblade
-Review:

Mittlerweile hat es sich bei japanischen B-Movies zu einer Gewinnbringenden Routine entwickelt, Hauptrollen mit bekannten Gesichtern aus der AV Branche (AV= Adult Video= Pornofilm) zu besetzen. Bekannte Beispiele dafür dürften dabei etwa die Filme von Noboru Iguchi (The Machine Girl) sein, welche international, an ihren Produktionskosten gemessen, sehr gewinnbringend vermarktet werden.
Satoshi Toraos „Siren“ stellt dabei eines der ersten mir bekannten Werke da, die routiniert auf AV Idol Power setzten. Diese Power tritt dabei in Form von Sora Aoi in Erscheinung, ihres Zeichens Aushängeschild des Labels S1 und Akteurin in über 60 AV-Produktionen.

Im Mittelpunkt von „Siren“ steht eine Gruppe Gangster, die sich nach geglücktem Banküberfall, mit ihrer Beute in die Wildnis Japans flüchten. Unterwegs treffen Sie auf ein junges Mädchen Namens Yumi, verkörpert von Sora Aoi, und halten an, im Glauben das Sie die kürzlich bei einem Konbini bestellten Lebensmittel bereit hält, Gangster brauchen ja auch etwas zum essen. Dummerweise entdeckt Sie deren Beute und wird daraufhin kurzerhand gekidnappt. Im Versteck, ein verfallenes Haus mitten im Nirgendwo, angekommen, beginnt man die Zeit totzuschlagen, während man auf den Fluchthelfer wartet, der Sie außer Landes bringen soll.
Unter den Gangstern wächst mit der Zeit jedoch immer mehr Mistrauen und jeder beginnt seine eigenen Pläne zu knöpfen. Spätestens ab hier fühlt sich der Zuschauer stark an Quentin Tarantinos Gansterdrama „Reservoir Dogs“ erinnert, jedoch erreicht der Film zu keinem Zeitpunkt dessen Finesse. Die Umstände macht sich Sora Aois Rolle zu nutze und beginnt die Männer um den Finger zu wickeln und gegen einander auszuspielen, denn was keiner weiß ist, das sich hinter ihrem verlockendem Äußeren ein finsterer Dämon verbirgt, welches sich von der Lebensenergie unbedarfter Männer ernährt.

Obwohl Regisseur Satoshi Torao das Hauptaugenmerk bei „Siren“ sichtlich auf Sora Aois Auftritte und die damit verbundenen Erotikszenen setzt, sind eben jene, im Gegensatz zur Fortsetzung Yôjo densetsu seirên X: Mashô no yûwaku mit AV Idol Yuma Asami in der Hauptrolle, recht spärlich gesät. Dennoch können eben jene Szenen für das männliche Zielpublikum mit so einigen Reizen aufwarten und bestechen durch eine erstaunlich weit über dem Pinku Eiga Standart angesiedelte Inszenierung. Dem kann auch die Tatsache nichts anhaben, das Sora Aoi mit ihrem neongrünen Kniestrümpfen stark an eine billige Prostituierte vom Straßenstrich erinnert und man ihr zudem jegliches schauspielerisches Talent absprechen muss.
Etwas verwundernd ist nebenbei der Storypart geraten, welchem ja mehr oder weniger freiwillig recht viel Platz eingeräumt wird. Denn tatsächlich kommt hier, zumindest beim ersten mal angucken, beinahe keine Langeweile auf, und das obwohl das Budget doch recht niedrig gehalten wurde und außerdem, von einigen Blutspritzern mal abgesehen, keinerlei Special Effects vorhanden sind.
So bietet das filmische Kleinod „Siren“ im Endeffekt gute Low Budget Unterhaltung für Genrefans und beweist einmal mehr, das Japaner mit einem knappen Budget doch weit mehr anfangen können als die weit produktivere Konkurrenz aus den USA.

Siehe auch: Yôjo densetsu seirên X: Mashô no yûwaku

Johnny Danger, 13.05.2010

-Offizielle Wertung:
X X X X X X X X X X 06/10