Um einen Franchise optimal zu melken ist es ja mittlerweile in Hollywood gang und gebe geworden, auf einen profitablen Kinofilm billig produzierte Fortsetzungen folgen zu lassen. Da scheint es oftmals auch völlig egal, ob die Direct-to-Video Produktion überhaupt noch etwas mit dem Original zu tun hat. Bestes Beispiel ist da etwa „Walking Tall“ Trilogie .
Zum Glück sieht es da bei „Species 3“ etwas anders aus, denn dieser knüpft direkt am Endedes Vorgängers an und spinnt dessen Story weiter.
Eve, für deren Rolle man Natasha Henstridge nochmal überreden konnte, hat die Vorgänge in „Species 2“ doch irgendwie überlebt (Wir erinnern uns, dass Sie im Finale vom bösen Oberalien Patrick getötet wurde) und wird schwer verletzt von der Army abtransportiert. Natürlich ist Alles Top Secret, doch irgendwie hat es der WIssenschaftler Dr. Abbot, gespielt von Robert Knepper welcher wenig später durch die TV Serie „Prison Break“ bekannt wurde, geschafft sich als Fahrer des Wagens in die Geheimoperation einzuschmuggeln(!). Nachdem sein Beifahrer in einer etwas komisch anmutenden Szenerie ums Leben gekommen ist, beobachtet unser Doc wie Eve im Hinterteil des Wagens ein Kind zur Welt bringt, bevor Sie von einem der Mischlingskinder (Wir erinnern Uns wieder an „Species 2“) getötet wird, wobei es schon etwas komisch wirkt, das Sie zwar die vergleichsweise harten Verletzungen aus dem Vorgänger überlebt hat aber hier gleich nach etwas Würgen drauf geht.
Wenig später findet man soch mit Abbot an einer Universität wieder, wo dieser unterrichtet. Ganz nebenbei hat er auch das Alienbaby bei sich aufgenommen und experimentiert mit diesem herum.
In den nun folgenden Minuten zieht sich der Film wie ein Kaugummi hin und, mal abgesehen davon das der Doc noch einen Studenten als Assistenten aufnimmt und das Alien den Namen Sara kriegt, ist man besser damit beraten ein gutes Buch parat zu haben oder in die Küche zu gehen um sich etwas zu essen zu kochen, verpassen tut man wirklich nicht viel. Nach einiger Zeit verpuppt sich unser Alien dann und reift zur Frau heran. Frisch geschlüpft darf man sich dann kurz an den nackten Argumenten der erwachsenen Sara, nun gespielt vom Model Sunny Mabrey, erfreuen und mit angucken wie Sie in einer recht unspektakulären Szene den Direktor der Universität um die Ecke bringt, welcher beim Doc Zuhause rumschnüffelt.
Ok, nun ist unser Sexalien geboren, aber es will sich immer noch nicht weder Aktion noch Spannung einstellen. Selbst die erotischen Momente, eigentlich ein Markenzeichen der „Species“ Filme, sind einfach nicht auszumachen. Lediglich ein paar halbwegs gelungene Splattereffekte gibt es zu bewundern.
Der Film nimmt erst etwas Fahrt auf, als nach satten 2/3 der Spielzeit endlich der Oberschurke in Form eines weiblichen Mischlings Namens Amelia auftaucht. Aufgrund fehlerhafte DNA-Stränge zerfallen die Mischlinge und brauchen Saras DNA um ihren Fortbestand zu sichern. Bereits vor Amelia sind schon 2 Mischlinge im Film aufgetaucht, welche an die DNA unseres Vollaliens wollten, doch deren Auftritte waren derart kurz und unspektakulär das ich jetzt gar nicht weiter drauf eingehen möchte.
Während Sunny Mabrey in der Hauptrolle recht wenig Sexappeal aufweist und ihrer Vorgängerin Natasha Henstridge noch nicht einmal im Ansatz das Wasser reichen kann, kommt Amelia Cooke als böses Alien schon wesentlich aufreizender daher und schafft wenigigstens einen kleinen Anzeiz den Film zu ende zu gucken.
Die beiden Alienweiber verbünden sich nun aus nicht wirklich nach vollziehbaren Gründen und wenig später wirft das eigentlich „gute“ Alien Sara das „böse“ Alien Amelia in einem der unspektakulärsten Finale der Filmgeschichte in eine Art Energiereaktor.
Oh man, was für ein Scheiß!
Nicht nur, das sich „Species 3“ bei all dem gezeigten Schwachsinn viel zu ernst nimmt, NEIN, man bombadiert den Zuschauer auch permanent mit solch geballter Langeweile das es einen fast das Gehirn weg schmilzt. Der absolute Oberknaller, welchen TV-Routiner Brad Turner hier eingepflanzt hat ist eine Szene wo Sara durch berühren eines Buches sofort dessen gesamten Inhalt auswendig weiß. Durch berühren… Man, so etwas kann ja noch nicht einmal Superman!
Johnny Danger, 21.02.2009